Jahresbericht 2013 Weihnukkabay

Weihnukkabay - ein Fest, viele Religionen

Die Zeiten, München als rein katholische Stadt angesehen wurde, sind seit dem 19. Jh. längst vorbei. Seit Jahrzehnten leben in der Stadt viele Menschen anderer Religionen, viele von ihnen mit Migrationshintergrund: Muslime, Aleviten, Juden, Buddhisten, Hinduisten und viele mehr. Hinzu kommen viele Menschen, die keiner Religion angehören, darunter zahlreiche faktische oder erklärte Atheisten. Die Begegnung mit anderen Religionen gehört zum Alltag den Straßen im Dekanat Feldmoching. In diesem Zusammenhang sehen wir als Christen in der Katholischen Jugendarbeit unseren Auftrag darin, Begegnung zu ermöglichen, unseren Glauben zu zeigen und gegenseitiges Interesse zu wecken. Wir sehen dies als einen Baustein, um zu einem friedlichen und gelingendem Miteinander der Menschen in unserer Stadt beizutragen. Die Katholische Jugendstelle kann dies nicht alleine tun, also beteiligen wir uns als Kooperationspartner an der Feier „Weihnukkabay“ der Jugendfreizeitstätte KiSte, eine offene Jugendeinrichtung getragen vom  Katholischen Jugendsozialwerk an Weihnukkabay. Das Fest greift im Titel das christliche Weihnachten, das jüdische Hanukka und das muslimische Bayram auf und für Teilnehmer/-innen aller Religionen gedacht.. Wenn die  KiSte ihre Tore öffnet, strömen bis zu 400 Kinder und Jugendliche in die Räume und finden hier Stände vieler Religionen (2013: Katholische und evangelische Kirche, Muslime, Juden, Zaratustra) vor, die alle mit einem Bastelangebot und einem Religionsvertreter/-in aufwarten. Die Kinder können einen Fragebogen ausfüllen, der sie gezielt motiviert, mit den Religionsvertretern/-innen Kontakt aufzunehmen und mit allen ins Gespräch zu kommen. Für den Stand der katholischen und der evangelischen Kirche brachten wir eine Krippe, eine Bibel, ein Kreuz und spielerische Elemente mit, die unseren Glauben sichtbar machen. Zum Basteln fertigten mit den Kindern einfache Laubsägearbeiten mit weihnachtlichen Motiven an. So gerüstet nutzten wir die Chance, sich kennenzulernen, Hintergründe der Religion zu erfahren und so Ängste und Vorurteile abzubauen. Das geschieht in einem unkomplizierten und fröhlichen Rahmen, der Kindern und Jugendlichen Freude macht und ihnen Wertschätzung vermittelt. Über den Religionsstand hinaus organisierte die Jugendstelle die musikalische Begleitung der Feier, dieses Jahr mit einem Gitarrenduo und ihrer traditionellen alpenländischen Musik, die die regionale Verortung hervorhebt. Außerdem fällt der Jugendstelle jedes Jahr zu, den Nikolaus auftreten zu lassen, der zum Abschluss der Feier die Kinder besucht und für jedes Kind ein kleines Geschenk, gesponsort und vorbereitet von einer Münchner Firma, dabei hat. Dieses Jahr konnten wir Weihbischof em. Engelbert Siebler gewinnen, in das Nikolauskostüm zu schlüpfen und den Kindern eine Legende vom Hl. Nikolaus zu erzählen. Die Kath. Jugendstelle schätzt die Kooperation mit der Freizeitstätte KiSte sehr. Wir sehen darin die Möglichkeit, unseren Glauben sichtbar zu machen und ihn aktiv zu leben. Wir gehen zu den Menschen und wenden uns den einzelnen zu. Die kirchlichen Grundvollzüge Martyria (Zeugnis geben) und Diakonia (dienen) finden hier zusammen und tragen bei zu einem friedlichen Miteinander der Religionen und Kulturen in unserem Stadtteil.<//font>

Jahresbericht 2012

Präsenz vor Ort stärker gefragt

Ein wichtiger Arbeitsbereich an der Jugendstelle Feldmoching ist die Begleitung, denn funktionierende kirchliche Jugendarbeit vor Ort in den Pfarreien ist Grundlage für die Arbeit auf Dekanatsebene. Dort engagieren sich Jugendliche, setzen ihre Ideen um und begeistern so wieder Andere. Dabei schauen sie auch gerne über den Tellerrand der Pfarrei hinaus, wenn es die Möglichkeit zum Austausch sowie verschiedene Angebote und Projekte gibt. Daher ist es wichtig, sich als Jugendstelle genau dort einzubringen, den Kontakt in die Pfarreien, sowohl zu Ehren-, als auch zu Hauptamtlichen zu pflegen und Unterstützung anzubieten. So entstehen immer wieder interessante Angebote für Jugendliche. In diesem Jahr gab es viele Veränderungen im Dekanat Feldmoching, seien es Pfarrverbandsgründungen, personelle Engpässe oder andere Widrigkeiten. Daher war die Präsenz vor Ort noch stärker gefragt und die Unterstützung der Jugendstelle wurde gerne angenommen. Konkret kann beispielsweise die Planung und Durchführung eines Ministranten-Wochenendes in einer Pfarrei genannt werden, das sonst ausgefallen wäre. Besonders wichtig war, frühzeitig mit den Oberministranten und dem Pfarrer Kontakt aufzunehmen, um Rahmenbedingungen und Zuständigkeiten zu klären, aber auch um sich besser kennen zu lernen. Besonders wichtig war die enge Begleitung der jungen Oberministranten bei thematischer und inhaltlicher Vorbereitung, Materialbereitstellung und -kauf sowie bei der Einführung in den zentralen Teil der Vorplanung (Haus, Bus, Ausschreibung).

Jugend unterstützen, Austausch fördern

Hier zeigte sich, dass der Erfolg von Jugendarbeit meist in engem Zusammenhang mit dem personalen Angebot in den Pfarreien oder im Dekanat steht. Viele Pfarrjugendleiter/innen, Oberministranten/innen und Gruppenleiter/innen sind noch sehr jung und eine gute Begleitung kann Frustrationen entgegenwirken. Um Austauschmöglichkeiten zu bieten, neue Ideen zu generieren oder relevante Informationen für Fahrten zu bekommen, trafen sich Pfarrjugendleiter/innen und Oberministrant/innen regelmäßig in der Jugendstelle bzw. in einer Pfarrei. Dabei wurden die Aufgaben hinterfragt, ihre Rolle reflektiert und auf Konflikte in einzelnen Pfarreien eingegangen und diese durch die Erfahrungen der Anderen aufgearbeitet. Mit den Oberministranten stand 2012 die Ausarbeitung eines Dekanatsministrantentages im Vordergrund, jedoch kristallisierten sich auch andere Themen und Inhalte für die Zukunft heraus. Ein weiterer Teil intensiver Arbeit ist die Zusammenarbeit bzw. Unterstützung der Jugendverbände vor Ort, vor allem der kjg. Es entwickelte sich eine sehr enge, kooperative und gute Zusammenarbeit. Durch die sehr engagierten Ehrenamtlichen gibt es inzwischen verschiedene Aktionen und Angebote auf Dekanatsebene: Dekanatsradltour, Radlwallfahrt zu Jugendkorbinian, Dekanatsfussballturnier und Adventseinstimmung. Diese sind für alle Jugendlichen aus dem Dekanat offen und gut organisiert. Auch die Bildungsarbeit im Dekanat ist bei der kjg verortet und wird tatkräftig von der Jugendstelle unterstützt, um dem Bedarf gerecht zu werden und eine Weiterentwicklung voranzutreiben. So wurde mit dem Kursleiterkreis ein neues Fortbildungskonzept und ein Orientierungskurskonzept für 13- bis 15-jährige entwickelt, die beide 2013 durchgeführt und erprobt werden. Außerdem legte man mit der BDKJ-Gründung für das Dekanat Feldmoching eine weitere Grundlage für die Dekanatsjugendarbeit. Auf diese Weise können Jugendliche aus den verschiedenen Pfarreien mehr Mitspracherecht und Mitgestaltungsmöglichkeiten für dekanatsweite Angebote erhalten. Im Rahmen dieser Gründung ist wieder ein Kontakt zum Pfadfinderstamm ANJO in St. Anna Karlsfeld entstanden. Vielleicht ergeben sich 2013 weitere Anknüpfungspunkte, um auch mit diesem Verband enger zusammenzuarbeiten oder in passenden Bereichen Kooperationen zu finden. Der Schwerpunkt Begleitung und Unterstützung von Pfarreien und Verbänden war nicht nur 2012 von Belang, sondern wird immer ein wesentlicher Bestandteil der pädagogischen, wie seelsorgerischen Tätigkeit der Jugendstelle Feldmoching sein.

 

Birgit Spadi

 

Jahresbericht 2009

Event: Dekanatsfahrradtour 2009

Das Dekanat Feldmoching/Schleißheim liegt im Norden von München und erstreckt sich im Süden auf die Stadteile Lerchenau und Lerchenauer See, im Westen auf die Stadtteile Fasanerie, Feldmoching und die Gemeinde Karlsfeld, im Norden auf die Gemeinden Ober- und Unterschleißheim und im Osten auf den Stadtteil Hasenbergl. Es besteht aus 13 Pfarreien. Einzelne Jugendliche aus diesen Pfarreien sind in einem Gremium, das für das ganze Dekanat Veranstaltungen organisiert. Dieses Gremium nennt sich DJ-OK, was soviel bedeutet wie Dekanatsjugendorganisationskreis. Es sind meistens Pfarrjugendleiter oder Oberminis, die diesem Gremium beiwohnen. Diese Jugendlichen sind sehr fit im Organisieren und machen es auch gerne. Sie haben sich im Sommer 2009 eine besondere Aktion überlegt – eine Fahrradtour durch die Pfarreien im Dekanat, so dass in jeder dieser Pfarreien noch eine kleine Aktion stattfinden soll und etwas zum Durstlöschen. Die Fahrradtour fand am 25. Juli 2009 statt, an einem warmen Samstag. Wir in der Jugendstelle haben uns über solch einen Vorschlag sehr gefreut. Alle Aktivitäten, die das Dekanatsbewusstsein stärken eröffnen für die Jugendstelle neue Möglichkeiten der Arbeit mit Jugendlichen. Die Fahrradtour war für die Jugendlichen ein tolles Erlebnis. Sie haben sich nicht nur sportlich ausgetobt, sondern sie lernten andere Jugendliche und andere Pfarreien und Jugendräume kennen. Vom Jugendstellenteam sind Monika (Jugendpflegerin) und Willi (Diakon) mitgefahren. Wir haben zwar nicht alle Pfarreien besucht (weil es an einem Tag gar nicht ginge), aber es war eine tolle Strecke gewählt, die sehr viel Abwechslung bot. Um den Streckenplan hat sich ein fitter Jugendlicher gekümmert. Er hatte ihn schön ausgedruckt, so dass alle den Überblick behalten konnten. Angefangen wurde in der nächstgelegenen Pfarrei St. Nikolaus. Dort hat uns der Gemeindepfarrer erwartet, der sich in seiner Pfarrei um die Jugendarbeit kümmert. Er hat uns sehr freundlich begrüßt, dann eine kleine Kirchenführung gemacht und die Räume des Offenen Treffs gezeigt, in dem sich Jugendliche von 8 bis 14 Jahre zweimal in der Woche treffen. Als die Jugendlichen Billardtisch und Kicker entdeckt haben, wollten sie gar nicht mehr weiter. Tja, typisch Jugend... Wir haben uns aber nach einer Runde Spielen bei dem Pfarrer schön bedankt, verabschiedet und schon ging es Richtung St. Agnes – die nächste Kirche im Plan. Dort gab es wieder etwas Tolles – eine Bowlingbahn. Darauf haben sich alle wahnsinnig gefreut. Das Wetter ist inzwischen sowieso schlecht geworden, also waren wir ganz froh, in St. Agnes eine Weile bleiben zu dürfen. Natürlich gab es auch hier eine Kirchführung vom Pfarrjugendleiter dieser Pfarrei. Da jede Kirche anders aussieht, waren die Führungen jedes Mal etwas Neues und Interessantes. Wir haben außer St. Nikolaus und St. Agnes noch St. Peter und Paul, St. Josef, Maria Sieben Schmerzen und St. Johannes Evangelist besucht. Kirche St. Johannes Evangelist war unsere letzte Station. Dort gab es etwas ganz Besonderes. Einen Jugendgottesdienst, bei dem einige unserer Jugendlichen Aufgaben übernommen haben. Es war ein sehr stimmiger Gottesdienst, zu dem die ganze Gemeinde eingeladen wurde. Wir Radelnde wurden als besondere Gäste vorgestellt. Etwas vom Gottesdienst ist bei uns allen hängen geblieben: die Steinemeditation. Jeder hat schon am Anfang des Gottesdienstes einen Stein in die Hand bekommen. Zu einem späteren Zeitpunkt im Laufe des Gottesdienstes wurden wir dann aufgefordert aufzustehen und mit dem Stein in der Hand gemeinsam eine kleine Reise zu unternehmen. Auf der Reise (Rundgang um die Bänke) gab es vier kleine Stopps, bei denen passende Impulse vorgelesen wurden. Alle „Reisenden“ haben sich dann um den Altar versammelt und durften dort den Stein ablegen als Zeichen von Ablegen von Last vor die Füße Jesu. Wir durften uns dann alle an die Hände fassen, ein Lied singen und uns sogar dazu bewegen. Das fanden die Jugendlichen besonders toll. Nach dem Gottesdienst kam die erste Müdigkeitsphase, gerade deswegen, weil wir zur Ruhe kommen durften. Unsere Fahrradtour war zu dem Zeitpunkt aber noch nicht zu Ende. Man kann sagen, dass es danach erst richtig los ging, denn wir durften danach alle in die Jugendstelle radeln, wo gegrillt, gefeiert und getanzt wurde. Die Salate für die Feier haben Jugendliche selber zubereitet, Fleisch hat jeder selbst mitgebracht Die Jugendlichen, die sich um die Musik kümmerten, haben sich sehr viel Mühe gegeben und eine tolle Party inspiriert. Das besondere an der Jugendstelle Feldmoching ist, dass sie über eine riesige Terrasse verfügt, auf der jeder Zeit gegrillt werden kann, was kaum jemanden stört, auch wenn die Jugendstelle mitten im Wohngebiet liegt. Der Grund dafür ist der, dass die Terrasse von allen vier Seiten mit Mauern umgeben ist, die dem Schall nicht erlauben sich auszubreiten und die gleichzeitig einen geschützten Rahmen bieten. Getanzt wurde bis spät am Abend. Man erinnert sich sehr gerne an diesen Tag, weil es dabei zu einem intensiveren Kontakt zwischen Pfarreijugendlichen kam, und auch zu einer spontanen Beratung direkt vor Ort. Es kommt nicht oft vor, dass sich Jugendliche aus unterschiedlichen Pfarreien gegenseitig besuchen. Die Aktion wurde mit Begeisterung angenommen. Dies hat die Jugendstelle dazu ermutigt, etwas Ähnliches jedes Jahr anzubieten.